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Förderwettbewerb

Unser Förderwettbewerb: Was wurde aus den Gewinner-Projekten 2017?

Bild: T. Chick McClure / Quelle: Unsplash
Bild: T. Chick McClure / Quelle: Unsplash

Diskutier Mit Mir ist eine Dialogplattform, die die persönliche Diskussion zwischen Andersdenkenden fördert. Die Nutzer*innen werden von einem Algorithmus mit Menschen verknüpft, die gegengesetzte Meinungen vertreten. In einem 1:1 Chat werden dann politische Themen anonym diskutiert. Zur Bundestagswahl 2017 hat Diskutier Mit Mir knapp 20.000 Gespräche ermöglicht. Mit den Geldern des Förderwettbewerbs wurde die technische Infrastruktur neu entwickelt und durch neue technische Features erweitert. Aus Kostengründen konnten nicht alle gewünschten technischen Details umgesetzt werden, aber es war ein wichtiger Start, damit weiterhin noch viele sachliche und konstruktive politische Diskussionen auch ohne Bundestagswahl zustande kommen.

Der Verein Tadel verpflichtet setzt sich für demokratische Mitbestimmung und gesellschaftliche Öffnung ein. Hauptziel des Projekts Kleiner Fünf ist es, so viele Menschen wie möglich für die Auseinandersetzung mit Rechtspopulismus zu motivieren und das bitte möglichst “sachlich, mutig und radikal höflich”. Mit den Fördergeldern wurden die Inhalte von Materialien auch als Videos produziert und an Konzepten gefeilt, um die Erkenntnisse in Workshops weitergeben zu können. Die Videos sind Teil der aktuellen Kampagne radikale Höflichkeit, die auch viele wertvolle Tipps enthält, wie man sich in entsprechenden Gesprächssituationen verhalten soll.

Die Kommunikations- und Digitalfachleute von Fearless Democracy machen es sich zur Aufgabe, Strukturen von digitalem Extremismus und Populismus offenzulegen und dagegen vorzugehen. Neben dem Beratungsangebot durch HateAid nimmt der Verein auch gezielte Shitstorms genauer unter die Lupe. Mit den Fördergeldern wurden mehrere Daten-Storys und Live-Analysen mit Hilfe von Datenanalyst*innen produziert. Relevante Analysen von Fearless Democracy sind hier zu finden.

Der Verein Bund für soziale Verteidigung hat die Plattform LOVE-Storm ins Leben gerufen. Sie bietet Interessierten unter anderem ein Online-Training, bei dem sie üben können, welche Strategien gegen Hass im Netz funktionieren. Kernstück ist ein interaktives Rollenspiel, bei dem die Teilnehmenden in die Rollen von Angegriffenen, Zuschauenden, Eingreifenden und Angreifern schlüpfen. Während des Trainings werden die Teilnehmenden von Trainer*innen unterstützt und begleitet, die von LOVE-Storm ausgebildet werden. Mit den Fördergeldern wurde eine dreitägige Ausbildung für zukünftige LOVE-Storm Trainer*innen finanziert.

Und auch ein Projekt aus Österreich hat den Zuschlag erhalten. Das Projekt Tools of Subversion des Vereins gold extra ist ein kollektiv erarbeitetes Netzkunstprojekt und digitales Spiel, in dem Künstler*innen aus verschiedenen Sparten an Projekten der Gegenrede arbeiten. Die Idee hinter dem Projekt war es, sich humorvoll dem schweren Thema Hate Speech zu nähern und sich mal kreativ und ganz anders damit zu beschäftigen. Der gewählte Ansatz ist visuell und poetisch. Das Spiel ist interaktiv und verbindet analoge mit digitalen Anwendungen. Ein Höhepunkt war die Ausstellung der entwickelten Interventionen auf der republica im Mai.

Wir sind weiterhin begeistert über diese grandiose Vielfalt von Ansätzen für eine konstruktive Debattenkultur und gegen Hass im Netz. Allen Gewinner-Projekten wünschen wir weiterhin viel Erfolg bei der weiteren Umsetzung ihrer Aktionen.

Autor

NETTZ-Redaktion

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