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Veranstaltung

Virtuelle Vernetzung – Das war unser Community Event 2020

Foto von aufgeklapptem Laptop. Zu sehen ist die Konferenzumgebung Qiqochat.
Online-Konferenzumgebung des Community Events 2020: Qiqochat  |  © Andi Weiland

Das Community Event ist unser Highlight des Jahres. Einmal jährlich bringen wir seit 2017 die NETTZ-Community zusammen, geben Aktivist*innen eine Bühne, inspirieren einander und diskutieren gegenwärtige Entwicklungen zur Bekämpfung von Hate Speech. Deutschlandweit handelt es sich dabei inzwischen um die größte Zusammenkunft der Anti-Hate-Speech-Community. Die Verbindungen, die an diesen zwei Tagen entstehen und vertieft werden, sind unser Antrieb. Natürlich vernetzen wir euch das ganze Jahr in unterschiedlichen Formaten, aber in diesen zwei Tagen steckt geballtes Community-Gefühl. Dieses ist für uns alle so wichtig, denn als Einzelkämpfer*in kommt mensch beim Thema Hate Speech nicht weit. 

Vor allem in Krisenzeiten brauchen wir Vernetzung - aber wie?

Foto des Organisationsteams während einer Besprechung
Team-Besprechung während des Community Events  |  © Andi Weiland

Als uns klar wurde, dass wir das Community Event nicht in der gewohnten Form anbieten können, zerbrachen wir uns die Köpfe darüber, was wir ermöglichen können. Wir haben in diesem Jahr einige beeindruckende digitale Veranstaltungen erlebt. Die Teams der diesjährigen re:publica und auch des Digital Social Summit haben gerockt und innerhalb kürzester Zeit jeweils beeindruckende digitale Veranstaltungen auf die Beine gestellt. 

Unsere Herausforderung war vor allem, dass wir euch in Kontakt bringen wollten. In welchen virtuellen Settings und Formaten entstehen spontane Begegnungen? Wie können wir gemeinsam an Inhalten arbeiten? Wie bieten wir einen geschützten Raum an? Das waren nur einige der Fragen, die in unseren Köpfen herumschwirrten.

Schlüssel zum Erfolg: Team und Tool-Mix

Foto des Computerbildschirms, auf dem die Zoom-Umgebung + der Chat zu sehen sind.
Fishbowl-Diskussion zum Thema Intersektoraler Austausch: Wie können wir Hassrede im Netz noch besser gemeinsam bekämpfen?  |  © Andi Weiland

Wie jedes Jahr (seit 2017) haben wir die wunderbare Facilitatorin Ina Zukrigl-Schief an Bord geholt. Sie war von Anfang an überzeugt davon, dass wir eine digitale interaktive Veranstaltung auf die Beine stellen können, die es so noch nicht gab. Dieser Optimismus machte während der Organisationsphase einen erheblichen Teil unserer Motivation aus. Ihre Erfahrung mit Veranstaltungen dieser Art machte das greifbarer, was uns zunächst abstrakt erschien. Eine weitere starke Unterstützung war unser Werkstudent Jan-Philipp Wagner, der im Spätsommer damit anfing, diverse Online-Konferenz-Tools zu recherchieren. Schnell wurde er zum Experten und uns wurde klar, dass es nicht DIE perfekte Lösung gibt. Ein Online-Konferenz-Tool, dass auch bei 200 Teilnehmenden stabil läuft, interaktive Funktionen anbietet, datenschutzkonform ist und spontan auch zufallsbasierte Break-Out-Räume erlaubt, gab es zu dem Zeitpunkt nicht. Nach gemeinsamen Abwägen entschieden wir uns für die Konferenzumgebung Qiqochat mit integrierten Zoom-Räumen, wonder.me für spontane virtuelle Begegnungen und Mural als White-Board-Lösung. Das Ganze war gespickt mit Formaten aus den Liberating Structures. Resultat war tatsächlich eine interaktive Online-Konferenz, die unseren ursprünglichen Vorstellungen entsprach.

Besondere Momente des Zusammentreffens

Abendliche Präsenzveranstaltung des Community Events 2020, Teilnehmende kommen mit Mund-Nasenschutz zusammen
Abendliche Präsenzveranstaltung des Community Events 2020  |  © Andi Weiland

Wir verbrachten zwei Tage mit ca. 130 Teilnehmer*innen, 30 Sessions, intensiven Themen, interaktiven Begegnungen und einem Abend-Event in Berlin-Kreuzberg. Eines der inhaltlichen Highlights war die Fishbowl zum Thema Antidiskriminierung. Der neueste Schrei war es, einen Wonder.me-Park zu öffnen, in dem man sich zufällig begegnen und von einer Gesprächsgruppe zur anderen schlendern konnte. Ansprechend und vorausschauend gestaltete Mural-Boards von Anja Ebers halfen, die Arbeit in diversen Gruppen-Sessions festzuhalten und für alle nachvollziehbar zu machen. Es gelang eine gute Mischung aus Inputs und partizipativen Momenten. Die zwei Tage mit euch haben uns großen Spaß gemacht. Sogar die abendliche Präsenzveranstaltung war Anfang Oktober noch möglich – mit Maske, Abstand und einer überschaubaren Anzahl an Menschen. Aber es hat so gut getan! Wir wissen nicht, wie lange uns diese besonderen Umstände noch begleiten, aber wir wissen, dass wir kreativ und offen sein müssen, um weiterhin eng zusammenarbeiten zu können.

Viele der Vorträge haben wir aufgezeichnet. Wir werden in den nächsten Wochen einzelne hier auf unserer Website zur Verfügung stellen. Leider haben wir jedoch nicht die Kapazitäten, alle Sessions nachzubereiten und verfügbar zu machen. Solltet ihr Interesse an einer bestimmten Aufzeichnung haben, dann schreibt uns gern an info@das-nettz.de.

Foto mit Abstand: Das Organisationsteam
Hinter den Kulissen  |  © Andi Weiland

Neben Ina, Jan-Philipp und Anja danken wir natürlich Barbara Djassi und Antonia Zuleger, die das Event redaktionell begleitet haben. Lena Euchenhofer und Katja Jäger danken wir für die Unterstützung während des Events.

Unser Fazit: Der Aufwand war immens, aber hat sich gelohnt. Noch mehr Fotos findet ihr auf unserer Facebook-Seite.

Wenn ihr weitere Eindrücke und konstruktive Kritik habt, die ihr mit uns teilen möchtet, sehr gerne an info@das-nettz.de oder anonym über unsere Feedback-Umfrage.

Illustration
Autor*in

Nadine Brömme

Projektleitung
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